Prinzessin Charlotte von Monaco muss Bildveröffentlichung mit Freund dulden

Bundesgerichtshof

Urteil v. 13.04.2010 - Az.: VI ZR 125/08

Leitsatz

Die Fotoberichterstattung einer Zeitschrift, die Bilder von der Prinzessin Charlotte von Monaco mit ihrem Freund abgedruckt hatte, ist zulässig. Auch wenn Teile der Wort-Presseberichterstattung bereits für unrechtmäßig erklärt worden sind, so überwiegt die Pressefreiheit über das zeitgeschichtliche Ereignis mit entsprechenden Bildern zu berichten.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um Prinzessin Charlotte von Monaco. Sie wehrte sich gegen die Bildberichterstattung der Beklagten. Diese hatte in einer von ihr herausgegebenen Zeitschrift Fotos von der Prinzessin und ihrem mutmaßlichen Freund abgedruckt. Anlass war eine Vernissage eines bekannten französischen Künstlers in Paris im Centre Pompidou und ein abendliches Gala-Dinner.

In den Bildnebenschriften wurde darüber spekuliert, wer der Freund sei, der seit zwei Jahren mit der Prinzessin liiert sei. In einem weiteren Verfahren war der Beklagten diese Wortberichterstattung untersagt worden, nun wandte sie sich gegen die Fotoveröffentlichung.

Entscheidungsgründe

Die Richter wiesen die Klage ab.

Sie erklärten, dass die Prinzessin keinen Anspruch auf Unterlassung habe, weil im Rahmen einer Abwägung die Pressefreiheit vorliegend überwiege.

Grundsätzlich müsse es ein Prominenter nicht dulden, dass ohne seine Einwilligung Fotos von ihm abgedruckt würden. Zulässig sei die Veröffentlichung jedoch, wenn es sich um ein zeitgeschichtliches Ereignis handle und die Rechte der abgebildeten Person nicht verletzt werden würden.

Davon sei vorliegend auszugehen. Zum Kern der Pressefreiheit gehöre es, dass die Medien nach ihren eigenen Kriterien entscheiden könnten, was sie für das öffentliche Interesse wert hielten. Auch die Normalität des Alltagslebens eines Prominenten könne der Meinungsbildung zu Fragen des Allgemeininteresses dienen. Bei der Vernissage handle es sich um ein zeitgeschichtliches Ereignis, über das die Beklagte mit entsprechenden Bilder berichten dürfe. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die dazugehörigen Aussagen und Spekulationen zuvor untersagt worden seien.